Galerie: Der erste Film mit dem Imagon 200mm

Ein Rodenstock Imagon hat mich schon zu der Zeit interessiert, als ich noch Sachfotografie mit Großformatkameras gemacht habe, aber erst jetzt ist mir eines dieser berühmten Weichzeichnerobjektive über den Weg gelaufen: Es war ein relativ günstiges Angebot auf Ebay, ein 200mm Imagon mit drei Siebblenden und einem Neutralgraufilter in einer Fassung für eine Rolleiflex SL66. Da ich eine alte SL66 besitze, habe ich mir das Objektiv gekauft und es im Alten nördlichen Friedhof in München getestet, einem meiner beliebtesten Aufnahmeorte. Dies ist der erste Film mit dieser Kombination. Alle Fotos wurden ohne Siebblende gemacht, der Film war ein Fomapan 100, entwickelt in Rodinal, gescannt mit einem CanoScan 9000F Mark II und leicht digital aufbereitet in Tonality Pro. Eine der Aufnahmen war leer, offenbar hat die Kamera am Anfang des Magazins nicht richtig transportiert.

Analoge Fotografie oder die Kunst, auf ein Bild zu warten

Was ist das Faszinierende an der neuen, alten Analogen Fotografie? Die mechanischen Kameras, die Film-Entwickler-Kombinationen, die alten Objektive mit ihrem ganz eigenen Charakter? Richtig.
Am spannendsten aber ist für mich bei der analogen Fotografie das Warten auf die Bilder. Bei einer Digitalkamera kann ich das Produkt Sekunden nach der Aufnahme auf dem Display anschauen, löschen oder hinauf in eine Cloud laden, ein analoges Bild bleibt nach der Belichtung erst einmal unentwickelt in der Kamera, ein Muster aus Silberhalogenidkristallen, manche noch unberührt und intakt, manche von Photonen angepickt und dazu ausersehen, vom Entwickler in elementares Silber umgewandelt zu werden.

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Galerie: Mit der Leica CL (analog) in der Toskana

Eigentlich war es eine Feier zu einem runden Geburtstag, eine halbe Autostunde von Pisa entfernt auf einem alten toskanischen Weingut. Aber für mich war es auch eine willkommene Gelegenheit, an einem verlängerten Wochenende mit der Leica CL ein wenig in der Toskana zu fotografieren, in der gerade der Frühling anbrach, fernab vom Touristentrubel der Städte. Also mit der alten, analogen CL, versteht sich, nicht mit der neuen, digitalen APS-C-Kamera, der Leitz den selben Namen gegeben hat wie jenem nur vermeintlich missratenen Kind der 70er-Jahre mit deutschem Vater und japanischer Mutter.  Die alte CL entstand aus einer Kooperation von Leitz mit Minolta und wurde in Japan, wo sie auch gefertigt wurde, unter dem Namen Leitz Minolta CL vertrieben.

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Galerie: Eine chemische Zeitmaschine

Als ich noch in meinem Fotolabor meine eigenen Baryt-Abzüge machte, passierte es mir nach langen Nachtsitzungen hin und wieder, dass ich Abzüge, die mir nicht gefielen, in einer der Schalen mit den Fotochemikalien liegen ließ . Wenn ich am nächsten Morgen oder manchmal auch nach mehreren Tagen wieder ins Labor kam, warf ich diese misslungenen Bilder meistens weg, aber manchmal hatten die Chemikalien in Verbindung mit dem angeschalteten Licht so interessante Ergebnisse hervorgebracht, dass ich die Bilder wässerte und trocknete. Bei manchen rieb ich mit einen Schwamm die aufgequollene Gelatineschicht ab, manche gab ich zum Tonen in ein Schwefelbad, manche lasierte ich in Teilen mit Wasserfarben. Im Lauf der Jahre kam so eine Reihe “chemischer Ladies” zusammen, ganz eigentümliche Unikate, von denen ich einige jetzt eingescannt und in diese Galerie gepackt habe.

Für mich sind sie die Produkte einer chemischen Zeitmaschine, Malereien aus Silber und Salzen, Zufall und Zeit.

Achten Sie auf die Groß- und Kleinschreibung – ein “c” ist kein “C”

Die große "C" - Endpunkt der Kodak Klappkamera-Entwicklung
Die große “C” – Endpunkt der Kodak Klappkamera-Entwicklung

Achten Sie auf die Groß- und Kleinschreibung! Das ist ein beliebter Hotline-Tipp für Menschen, die Probleme mit ihren Passwörtern haben. Bei Kameras ist es eher egal, ob man sie nun “leica” oder “Leica” schreibt, gemeint ist das gleiche. Nicht so bei der Kodak Retina IIIc/C. Sie ist in dieser Hinsicht die ideale Kamera für Deutschlehrer. Denn bei dieser letzten Kleinbild-Klappkamera, die im Kodakwerk in Stuttgart gebaut wurde, macht es einen ziemlichen Unterschied, ob man das “C” hinter der römischen III groß oder klein schreibt.

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Galerie: Adlerflug nach Mariabrunn

 

Ein Ausflug mit zwei Zeitmaschinen – meiner Adler M200, einem deutschen Motorrad aus dem Jahr 1953, und der 16 Jahre älteren Super Ikonta, Baujahr 1937. Es ist ein warmer Spätsommertag des Jahres 2017, die Sonne steht hoch am weißblauen Himmel, und die Fahrt führt auf kleinen Straßen von München Schwabing hinaus nach Oberschleißheim, über Badersfeld durchs Moor nach Haimhausen an der Amper und dann weiter über Amperpettenbach, Sulzrain und Lotzbach nach Mariabrunn mit seiner schönen Kapelle.

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Die Magische: Rolleiflex 3.5F Modell 3

  Meine Rolleiflex 3.5 F Modell 3 mit Planar-Objektiv. Diese Kamera ist laut Seriennummer aus den späten 1960er-Jahren. Der Selen-Belichtungsmesser arbeitet noch sehr präzise, und der Filmtransport funktioniert so sanft und geschmeidig als wäre die Kamera neu und nicht 50 Jahre alt.

 

Alte, analoge Kameras haben ja alle ihre ganz eigene Aura, aber für mich besitzt von allen meinen Schätzen diese Rolleiflex die magischste Ausstrahlung. Ich muss den länglichen Klotz aus Glas und Metall nur in die Hand nehmen, seine Schwere spüren, seine Leder-, Lack- und Chromflächen berühren, mit seinen filigranen und trotzdem unglaublich robusten Bedienungselementen spielen, um binnen weniger Augenblicke den durchdigitalisierten Menschen der 2010er-Jahre abzustreifen und ein halbes Jahrhundert in die Zeit zurückzureisen. Aber damit nicht genug. Jedes Mal, wenn ich in den Lichtschachtsucher meiner Rolleiflex blicke, zieht sie mich hinein in ihre ganz eigene optische Welt.

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