Analoge Fotografie oder die Kunst, auf ein Bild zu warten

Was ist das Faszinierende an der neuen, alten Analogen Fotografie? Die mechanischen Kameras, die Film-Entwickler-Kombinationen, die alten Objektive mit ihrem ganz eigenen Charakter? Richtig.
Am spannendsten aber ist für mich bei der analogen Fotografie das Warten auf die Bilder. Bei einer Digitalkamera kann ich das Produkt Sekunden nach der Aufnahme auf dem Display anschauen, löschen oder hinauf in eine Cloud laden, ein analoges Bild bleibt nach der Belichtung erst einmal unentwickelt in der Kamera, ein Muster aus Silberhalogenidkristallen, manche noch unberührt und intakt, manche von Photonen angepickt und dazu ausersehen, vom Entwickler in elementares Silber umgewandelt zu werden.

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Galerie: Adlerflug nach Mariabrunn

 

Ein Ausflug mit zwei Zeitmaschinen – meiner Adler M200, einem deutschen Motorrad aus dem Jahr 1953, und der 16 Jahre älteren Super Ikonta, Baujahr 1937. Es ist ein warmer Spätsommertag des Jahres 2017, die Sonne steht hoch am weißblauen Himmel, und die Fahrt führt auf kleinen Straßen von München Schwabing hinaus nach Oberschleißheim, über Badersfeld durchs Moor nach Haimhausen an der Amper und dann weiter über Amperpettenbach, Sulzrain und Lotzbach nach Mariabrunn mit seiner schönen Kapelle.

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Die Magische: Rolleiflex 3.5F Modell 3

  Meine Rolleiflex 3.5 F Modell 3 mit Planar-Objektiv. Diese Kamera ist laut Seriennummer aus den späten 1960er-Jahren. Der Selen-Belichtungsmesser arbeitet noch sehr präzise, und der Filmtransport funktioniert so sanft und geschmeidig als wäre die Kamera neu und nicht 50 Jahre alt.

 

Alte, analoge Kameras haben ja alle ihre ganz eigene Aura, aber für mich besitzt von allen meinen Schätzen diese Rolleiflex die magischste Ausstrahlung. Ich muss den länglichen Klotz aus Glas und Metall nur in die Hand nehmen, seine Schwere spüren, seine Leder-, Lack- und Chromflächen berühren, mit seinen filigranen und trotzdem unglaublich robusten Bedienungselementen spielen, um binnen weniger Augenblicke den durchdigitalisierten Menschen der 2010er-Jahre abzustreifen und ein halbes Jahrhundert in die Zeit zurückzureisen. Aber damit nicht genug. Jedes Mal, wenn ich in den Lichtschachtsucher meiner Rolleiflex blicke, zieht sie mich hinein in ihre ganz eigene optische Welt.

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