Analoge Fotografie oder die Kunst, auf ein Bild zu warten


Es gibt vieles, was einen an der neu entdeckten analogen Fotografie faszinieren kann. Die mechanischen Kameras, die alten Objektive mit ihrem ganz eigenen Charakter, die unendlich vielfältigen Film-Entwickler-Kombinationen, die Beschränkung aufs Einfache, Wesentliche.

Mir ist neulich noch ein ganz wesentlicher Punkt eingefallen, den es in dieser Form bei der digitalen Fotografie nicht gibt: Das Warten auf die Bilder. Bei einer Digitalkamera kann ich das Foto Sekunden nach der Aufnahme auf dem Display anschauen, löschen oder hinauf in eine Cloud laden, ein analoges Bild bleibt nach der Belichtung erst einmal unentwickelt in der Kamera. Ein Muster aus winzigen  Silberhalogenidkristallen in der Schicht des Films, manche von ihnen noch unberührt und intakt, manche von Photonen angepickt und dazu ausersehen, bei der Entwicklung in elementares Silber umgewandelt zu werden.

 

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