Meine CL in „in your bag“

Ich verfolge schon seit einiger Zeit die Rubrik „In your bag“ der auch sonst sehr empfehlenswerten Website Japan Camera Hunter. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was wir Fotografen so alles in unseren Taschen täglich mit uns herumschleppen – von der kompakten Olympus XA bis zur hölzernen 9×12 Reisekamera. Meine Gedanken sind da oft „Respekt, der hat ja einen halben Fotoladen an der Schulter hängen“, „Die Kamera hätt ich auch gern“ oder „da müsste man selbst mal eine seiner Fototaschen samt Inhalt einschicken“.

Als ich letztes Jahr von einem kurzen Trip in die Toskana zurückkam (hier berichte ich darüber), war es dann so weit. Kaum wieder daheim in meiner Wohnung, packte ich den Inhalt meiner winzigen Lowe Pro Streamline 100 auf dem Holzboden in der Küche aus, rückte alles ein paar Mal hin und her bis ich mit dem Arrangement zufrieden war und machte dann mit dem iphone ein Foto, das ich mit ein paar erklärenden Worten auf die virtuelle Reise nach Japan schickte. Lange Zeit geschah nichts, aber dann erschien schließlich meine Leica CL nach einer IIIc/f und einer M6 derselben Firma in ihrer ganzen Pracht auf Bellamys Website. Die Rubrik „in your bag“ verfolge ich immer noch regelmäßig, und schön langsam schleichen sich bei mir schon wieder Gedanken ein mit dem Inhalt: „Da müsse man selbst mal“ Schaun mer mal, was daraus wird …

Galerie: Adlerflug nach Mariabrunn

 

Ein Ausflug mit zwei Zeitmaschinen – meiner Adler M200, einem deutschen Motorrad aus dem Jahr 1953, und der 16 Jahre älteren Super Ikonta, Baujahr 1937. Es ist ein warmer Spätsommertag des Jahres 2017, die Sonne steht hoch am weißblauen Himmel, und die Fahrt führt auf kleinen Straßen von München Schwabing hinaus nach Oberschleißheim, über Badersfeld durchs Moor nach Haimhausen an der Amper und dann weiter über Amperpettenbach, Sulzrain und Lotzbach nach Mariabrunn mit seiner schönen Kapelle.

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Die Magische: Rolleiflex 3.5F Modell 3

Meine Rolleiflex 3.5 F Modell 3 mit Planar-Objektiv. Diese Kamera ist laut Seriennummer aus den späten 1960er-Jahren. Der Selen-Belichtungsmesser arbeitet noch sehr präzise, und der Filmtransport funktioniert so sanft und geschmeidig als wäre die Kamera neu und nicht 50 Jahre alt.

 

Alte, analoge Kameras haben ja alle ihre ganz eigene Aura, aber für mich besitzt von allen meinen Schätzen diese Rolleiflex die magischste Ausstrahlung. Ich muss den länglichen Klotz aus Glas und Metall nur in die Hand nehmen, seine Schwere spüren, seine Leder-, Lack- und Chromflächen berühren, mit seinen filigranen und trotzdem unglaublich robusten Bedienungselementen spielen, um binnen weniger Augenblicke den durchdigitalisierten Menschen der 2010er-Jahre abzustreifen und ein halbes Jahrhundert in die Zeit zurückzureisen. Aber damit nicht genug. Jedes Mal, wenn ich in den Lichtschachtsucher meiner Rolleiflex blicke, zieht sie mich hinein in ihre ganz eigene optische Welt.

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