“zeitmaschinen. org” a kind of travelog for the journeys i embark on with my various time machines.

Meine Haupt-Zeitmaschine ist mein inzwischen fast vollständig eingescanntes Negativ- und Diaarchiv mit weit über 1000 Kleinbild- und Hunderten von Mittelformatfilmen, die ich in den Jahrzehnten meiner intensiven Beschäftigung mit der Fotografie angefertigt habe. Dazu kommen noch unzählige Großformataufnahmen, die noch ungescannt in meinen Archivkästen lagern und darauf warten, für die digitale Welt entdeckt zu werden.

Aber auch meine mechanischen Kameras, die alle ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben sind Zeitmaschinen, eine jede mit ihrem ganz eigenen Charakter. Manche sind so alt wie ich, manche jünger, einige auch älter. Von manchen kenne ich die Vorgeschichte, manche habe ich  in Fotoläden, von Privatpersonen und bei Ebay erworben und muss mir die Geschichten dazu erfinden.

Ich habe zwanzig Jahre als Profi-Fotograf gearbeitet und dann meine andere Leidenschaft – das Schreiben – zum Beruf gemacht. Wenn ich heute professionell fotografiere, dann fast immer digital. Als sie sich Anfang dieses Jahrtausends zu einer ernsthaften Alternative für Berufsfotografen und Fotokünstler wurde, erschien mir die digitale Fotografie zunächst wie ein Segen. Was für eine Befreiung, auf Reisen keine Filme mitnehmen zu müssen, sich das lästige Filmentwickeln zu ersparen, die entstandenen Bilder mühelos und Platz sparend auf einer Festplatte archivieren und – vor allem – nach Belieben manipulieren und künstlerisch bearbeiten zu können.

Die ersten Jahre der Digitalfotografie waren für mich eine echte Offenbarung, aber dann, zehn Jahre nach der Jahrtausendwende, fielen mir in zunehmendem Maße ihre Nachteile auf. Meine Festplatten füllten sich mit einer unglaublichen Bilderflut, die allein durch ihre schiere Masse das einzelne Bild entwertete, und die für mich am Anfang so faszinierenden Möglichkeiten der Bildbearbeitung kamen mir mit dem Aufkommen immer raffinierterer Filteralgorithmen irgendwann einmal banal und läppisch vor. Von der langen Prozession einander ablösender und nach ein paar Jahren zu obsolet gewordenem Elektroschrott degradierter Kameras, die seit meiner ersten Digitalkamera, einer Ricoh 5300, durch meine Hände gingen, ganz zu schweigen. Für das Geld, das ich seit dem Jahr 1999 für zwei Dutzend digitaler Profi- und Amateurkameras ausgegeben habe, hätte ich bis an mein Lebensende Filme kaufen und entwickeln können und so manche hochwertige analoge Kamera dazu.

Auf dieser Website möchte ich meine Reisen – virtuelle und reale – mit meinen Zeitmaschinen ein wenig dokumentieren und freue mich, wenn andere mir auf diesen Reisen ein Stück weit folgen.