Vergessen in einer Retina IIIS – Teil 3

Die Bilder – fortgesetzt

Vom Licht ganz anders als die vorhergehenden ist das nächste Bild. Es ist das einzige, das auf dem Film mit bloßem Auge zu erkennen war. Der Himmel ist blau, im Vordergrund hängen reife Orangen und Zitronen an Bäumen, die offenbar im Spalier zu beiden Seiten eines Torbogens hochgezogen wurden. Die  Architektur des Hauses, zu dem dieser Torbogen gehört, wirkt südländisch, spanisch oder italienisch, und die Farben der Zitronen und Orangen sind, ebenso wie das Grün der Blätter, viel leuchtender als die auf den anderen Bildern des Filmes. Für mich waren sie ein Glücksfall, denn anhand der Farben dieser Früchte konnte ich in der Bildbearbeitung die Farbbalance des Fotos halbwegs realistisch einstellen, was mir bei den anderen Bildern nicht gelang.

Fuji Superia 1600 aus einer Retina IIIS- Bild 4
Fuji Superia 1600 aus einer Retina IIIS- Bild 4

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Vergessen in einer Retina IIIS – Teil 1

Retina IIIS

Teil 1: Die Kamera und der Film

Immer, wenn ich eine gebrauchte Kamera kaufe, ob in einem Laden oder im Internet, geht mein erster Griff an den Rückspulknopf. Zeigt dieser einen Widerstand, wird es spannend, denn dann befindet sich in dieser Kamera ein vergessener Film. Diese Filme stecken dann häufig in Patronen, die selbst schon eine Zeitreise für sich sind – meist alte Emulsionen von Agfa oder Kodak, die es schon seit vielen Jahren nicht mehr gibt.

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Vergessene Filme

Wenn man es genau nimmt, werden alle fotografischen Filme, sobald man sie belichtet hat, zu kleinen Zeitkapseln. Wie die Edelstahlplomben, die man in die Fundamente von Gebäuden einmauert oder auf die Reise in entfernte Galaxien schickt, sind sie voller Informationen, die erst nach Ablauf einer unbestimmten Zeitspannen abgerufen werden – oder überhaupt nicht mehr. Selbst wenn man einen Film relativ zügig belichtet und zeitnah entwickeln lässt, macht allein die Tatsache, dass die Aufnahmen eine Zeit lang unsichtbar in der belichteten Emulsion geschlummert haben, die Fotos auf einem Film zu etwas gänzlich anderem als die Sekundenbruchteile nach der Aufnahme verfügbaren Bilder unserer Digitalkameras und Smartphones.

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Ein vergessener Film aus einer Braun Colorette

 

Hier sind ein paar Fotos aus einem Film, den ich in einer Braun Colorette vom Wühltisch eines großen Münchner Fotogeschäfts gefunden habe. Die Kamera hat zwei Euro gekostet und funktioniert – wenn man von dem kaputten Belichtungsmesser absieht – immer noch.

Nur zwei Euro für eine funktionierende Kamera – da muss man doch zugreifen …

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