Das Sofortbild im Sofortbild – Travelling SX 70

Die Idee zur Serie „Travelling SX 70“ ist eher zufällig auf meiner diesjährigen Reise durch die Toskana nach Mittelitalien entstanden. Um ohne Labor und Scanner auch von unterwegs ein paar analoge Fotografien auf meinen flickr-Account hochladen zu können, habe ich neben meinen neuen alten Kameras, einer Kodak Retina IIIC und einer Rolleiflex Automat, auch meine alte SX 70 mit je zwei Farb- und Schwarzweißfilmen von Impossible ins Wohnmobil gepackt. “Das Sofortbild im Sofortbild – Travelling SX 70” weiterlesen

Muss man mögen: Fotografisches Roulette mit der Yashica AUTO Focus

 

Gut, es ist eine Schwäche, das gebe ich zu. Ich kann auf Flohmärkten an keiner alten Kamera vorbeigehen, ohne sie nicht wenigstens kurz in die Hand genommen zu haben, auch wenn sie, wie die Yashica Auto Fokus, die ich neulich auf den Schwabinger Hofflohmärkten entdeckte, definitiv nicht in die Rolleiflex-Leica-Hasselblad-Klasse gehört. “Muss man mögen: Fotografisches Roulette mit der Yashica AUTO Focus” weiterlesen

3D-Galerie: Erste Bilder mit dem Kodak Retina Stereovorsatz

Der Stereovorsatz ist ein eher seltenes Zubehör für die Retina. Er wird über das Innenbajonett, in das normalerweise die Gegenlichtblende für das Normal- und Weitwinkelobjektiv kommt, befestigt. Der Vorsatz ist mit Prismen (statt Spiegeln) ausgestattet und dementsprechend schwer, hält aber in dem Bajonett fest und sicher. “3D-Galerie: Erste Bilder mit dem Kodak Retina Stereovorsatz” weiterlesen

Die Schönheit aus dem Schminkköfferchen: meine Kodak Retina IIIc

 

Ich kann’s nicht verhehlen, ich hatte schon immer ein Faible für Kodak Retina Kameras, seit mir vor vielen Jahren mein Onkel Bertl eine Retina I geschenkt hat. Der kleine Apparat hatte ein unvergütetes Schneider-Kreuznach Xenar 3.5/50mm, und sein schwarzer Lack zeigte heftige Gebrauchsspuren, und weil die Retina I nur einen winzigen Sucher und keinen Entfernungsmesser hatte, glich das Fotografieren mit ihr einem Blindflug.

Aber die kleine Kamera hatte durchaus ihren eigenen Charakter, und mein Onkel hatte sie in den 1930er-Jahren mit auf seine legendären Bergtouren genommen – ein Umstand, der mich veranlasste, sie als kompakte und leichte Begleiterin auf viele meiner Motorradreisen quer durch Europa mitzunehmen. Sie ließ mich kein einziges Mal im Stich.

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Galerie: Der erste Film mit dem Imagon 200mm

Ein Rodenstock Imagon hat mich schon zu der Zeit interessiert, als ich noch Sachfotografie mit Großformatkameras gemacht habe, aber erst jetzt ist mir eines dieser berühmten Weichzeichnerobjektive über den Weg gelaufen: Es war ein relativ günstiges Angebot auf Ebay, ein 200mm Imagon mit drei Siebblenden und einem Neutralgraufilter in einer Fassung für eine Rolleiflex SL66. “Galerie: Der erste Film mit dem Imagon 200mm” weiterlesen

Analoge Fotografie oder die Kunst, auf ein Bild zu warten


Es gibt vieles, was einen an der neu entdeckten analogen Fotografie faszinieren kann. Die mechanischen Kameras, die alten Objektive mit ihrem ganz eigenen Charakter, die unendlich vielfältigen Film-Entwickler-Kombinationen, die Beschränkung aufs Einfache, Wesentliche.

Mir ist neulich noch ein ganz wesentlicher Punkt eingefallen, den es in dieser Form bei der digitalen Fotografie nicht gibt: Das Warten auf die Bilder. Bei einer Digitalkamera kann ich das Foto Sekunden nach der Aufnahme auf dem Display anschauen, löschen oder hinauf in eine Cloud laden, ein analoges Bild bleibt nach der Belichtung erst einmal unentwickelt in der Kamera. Ein Muster aus winzigen  Silberhalogenidkristallen in der Schicht des Films, manche von ihnen noch unberührt und intakt, manche von Photonen angepickt und dazu ausersehen, bei der Entwicklung in elementares Silber umgewandelt zu werden.

 

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Mit der Leica CL (analog) in der Toskana

Eigentlich war es eine Feier zu einem runden Geburtstag, eine halbe Autostunde von Pisa entfernt auf einem alten toskanischen Weingut. Aber für mich war es auch eine willkommene Gelegenheit, an einem verlängerten Wochenende mit der Leica CL ein wenig in der Toskana zu fotografieren, in der gerade der Frühling anbrach, fernab vom Touristentrubel der Städte. Also mit der alten, analogen CL, versteht sich, nicht mit der neuen, digitalen APS-C-Kamera, der Leitz den selben Namen gegeben hat wie jenem nur vermeintlich missratenen Kind der 70er-Jahre mit deutschem Vater und japanischer Mutter.  Die alte CL entstand aus einer Kooperation von Leitz mit Minolta und wurde in Japan, wo sie bei Minolta gefertigt wurde, unter dem Namen Leitz Minolta CL vertrieben.

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Galerie: Eine chemische Zeitmaschine

Als ich noch in meinem Fotolabor meine eigenen Baryt-Abzüge machte, passierte es mir nach langen Nachtsitzungen hin und wieder, dass ich Abzüge, die mir nicht gefielen, in einer der Schalen mit den Fotochemikalien liegen ließ . Wenn ich am nächsten Morgen oder manchmal auch nach mehreren Tagen wieder ins Labor kam, warf ich diese misslungenen Bilder meistens weg, aber manchmal hatten die Chemikalien in Verbindung mit dem angeschalteten Licht so interessante Ergebnisse hervorgebracht, dass ich die Bilder wässerte und trocknete. Bei manchen rieb ich mit einen Schwamm die aufgequollene Gelatineschicht ab, manche gab ich zum Tonen in ein Schwefelbad, manche lasierte ich in Teilen mit Wasserfarben. Im Lauf der Jahre kam so eine Reihe “chemischer Ladies” zusammen, ganz eigentümliche Unikate, von denen ich einige jetzt eingescannt und in diese Galerie gepackt habe.

Für mich sind sie die Produkte einer chemischen Zeitmaschine, Malereien aus Silber und Salzen, Zufall und Zeit.