Vergessen in einer Retina IIIS – Teil 3

Die Bilder – fortgesetzt

Vom Licht ganz anders als die vorhergehenden ist das nächste Bild. Es ist das einzige, das auf dem Film mit bloßem Auge zu erkennen war. Der Himmel ist blau, im Vordergrund hängen reife Orangen und Zitronen an Bäumen, die offenbar im Spalier zu beiden Seiten eines Torbogens hochgezogen wurden. Die  Architektur des Hauses, zu dem dieser Torbogen gehört, wirkt südländisch, spanisch oder italienisch, und die Farben der Zitronen und Orangen sind, ebenso wie das Grün der Blätter, viel leuchtender als die auf den anderen Bildern des Filmes. Für mich waren sie ein Glücksfall, denn anhand der Farben dieser Früchte konnte ich in der Bildbearbeitung die Farbbalance des Fotos halbwegs realistisch einstellen, was mir bei den anderen Bildern nicht gelang.

Fuji Superia 1600 aus einer Retina IIIS- Bild 4
Fuji Superia 1600 aus einer Retina IIIS- Bild 4

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Vergessen in einer Retina IIIS – Teil 1

Retina IIIS

Teil 1: Die Kamera und der Film

Immer, wenn ich eine gebrauchte Kamera kaufe, ob in einem Laden oder im Internet, geht mein erster Griff an den Rückspulknopf. Zeigt dieser einen Widerstand, wird es spannend, denn dann befindet sich in dieser Kamera ein vergessener Film. Diese Filme stecken dann häufig in Patronen, die selbst schon eine Zeitreise für sich sind – meist alte Emulsionen von Agfa oder Kodak, die es schon seit vielen Jahren nicht mehr gibt.

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Operation am offenen Balgen

Vor ein paar Tagen habe ich Post aus England bekommen. Einen Briefumschlag, in dem sich zwei Balgen befanden, vor einer Woche bei Sandeha Lynch bestellt, einem Fotografen, Bildhauer und  Liebhaber alter Balgenkameras.

Sandeha stellt Balgen für alle möglichen Kameras her, von der Linhof Technika bis zu diversen Großformatkameras. Sein Bestseller aber dürften Balgen für die Agfa Isolette sein, einer von Agfa in München gefertigten Faltkameras für das 6×6 Format, die aufgrund ihres kompakten, leichten Gehäuses und ihrer guten Objektive zu den beliebtesten Vertreterinnen ihrer Klasse gehört. Leider weisen fast alle Isoletten zwei typische Fehler auf.

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Galerie: Erste Fotos mit der Voigtländer Ultramatic

Die Voigtländer Ultramatic ist eine der faszinierendsten Spiegelreflexkameras deutscher Produktion, auf deren ganz spezielle Eigenschaften ich in einem späteren Blogpost noch eingehen werde. Heute möchte ich hier den ersten Film vorstellen, den ich mit dieser Kamera belichtet habe, einen Fomapan 200, den ich auf einer kurzen Reise ins Altmühltal eingelegt habe.

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Latergram 2019/1

Es ist das letzte Wochenende im Februar, und die Sonne taucht die Stadt in ein Frühling und Wärme versprechendes Spätwinterlicht, während ein kalter Ostwind die Temperaturen nicht viel über den Nullpunkt klettern lässt. Trotz dieser Kälte treibt es mich hinaus auf die Straßen der Stadt, in denen dick eingepackte Paare ihre Kinderwägen an sonntäglich toten Schaufenstern vorbeischieben. Eine schräge Nachmittagssonne leuchtet wie ein Scheinwerfer in die Straßen, betont Strukturen und wirft die weit verzweigten Schatten kahler Bäume auf die Hauswände.

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Galerie: Doppelbelichtungen mit der Rolleicord

Wie ich in meinem Blogbeitrag über die Rolleicord und die Rolleiflex schon geschrieben habe, eignet sich die Rolleicord wegen ihrer besonderen Konstruktion sehr gut für Doppelbelichtungen – ein Umstand, der eigentlich einer Sparmaßnahme geschuldet ist. Um die Rolleicord zu einem Preis deutlich unter dem der Rolleiflex verkaufen zu können, musste man bei ihr notgedrungen auf einige der ebenso genialen wie mechanisch aufwändigen Lösungen verzichten, die die Rolleiflex so einmalig machen. So sucht man bei meiner Rolleicord die flex-typische Kurbel, die gleichzeitig den Film weitertransportiert und den Verschluss spannt vergebens.

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Cord oder Flex? Ein Rollei-Vergleichstest

Bauernmädchen vs. Dame von Welt

Wir wissen es alle: Man soll nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Und eine Rolleiflex nicht mit einer Rolleicord. Schließlich war die eine zu ihrer Zeit eine glamouröse Kameraprinzessin, die andere deren kleine, von der Natur (oder ihren Konstrukteuren) weniger reizvoll ausgestattete Schwester. Die Rollei für denjenigen, der keine “Flex” abbekommen hat. Aber was macht man als bekennender Rolleiflex-Fan, wenn einem für wenig Geld eine etwas ramponierte Rolleicord zuläuft, mit der es sich nach einer selbst vorgenommenen Reinigung des verharzten Verschlussmechanismus überraschend gut fotografieren lässt? Dann wird man neugierig und macht doch den Vergleichstest zwischen Äpfeln und Birnen, zwischen Villarriba und Villabajo, zwischen Flex und Cord. “Cord oder Flex? Ein Rollei-Vergleichstest” weiterlesen

Vergessene Filme

Wenn man es genau nimmt, werden alle fotografischen Filme, sobald man sie belichtet hat, zu kleinen Zeitkapseln. Wie die Edelstahlplomben, die man in die Fundamente von Gebäuden einmauert oder auf die Reise in entfernte Galaxien schickt, sind sie voller Informationen, die erst nach Ablauf einer unbestimmten Zeitspannen abgerufen werden – oder überhaupt nicht mehr. Selbst wenn man einen Film relativ zügig belichtet und zeitnah entwickeln lässt, macht allein die Tatsache, dass die Aufnahmen eine Zeit lang unsichtbar in der belichteten Emulsion geschlummert haben, die Fotos auf einem Film zu etwas gänzlich anderem als die Sekundenbruchteile nach der Aufnahme verfügbaren Bilder unserer Digitalkameras und Smartphones.

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Galerie: Mit der Agfa Isolette III im Botanischen Garten

Ein Nachmittag und ein (halber) Rollfilm. Mit der Agfa Isolette III im Botanischen Garten in München.

Ich mag die Gewächshäuser im Botanischen Garten (und anderswo), besonders wenn es draußen kalt und ungemütlich ist. Die warme, feuchte, nach Chlorophyll riechende Luft hat für mich etwas von einem künstlichen Dschungel, und ich finde, die Fotos mit der Isolette haben diese Atmosphäre ganz gut eingefangen. Was für Pflanzen ich da fotografiert habe, wüsste ich gerne, kann es aber aufgrund mangelnder botanischer Kenntnisse nicht einmal annähernd sagen. Wenn ich das nächste mal im Botanischen Garten fotografiere, werde ich mir Notizen machen …

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